Von der Donauau zum Vergnügungspark
Der historisch gewachsene Vergnügungspark blickt auf eine reichhaltige Geschichte zurück.
Erste urkundliche Erwähnungen jenes Gebietes, welches ursprünglich urwaldähnlichen
Charakter hatte, gehen auf das 12. Jahrhundert zurück. Das einst kaiserliche Jagdgebiet wurde
1766 unter dem "volksnahen" österreichischen Kaiser Josef II. der Allgemeinheit zugänglich
gemacht. Bald darauf fanden sich eine Reihe von
kleinen Vergnügungsbetrieben (Karusselle, Schiessbuden, Imbiss-Stände, ...) ein, die das
Volk unterhielten und auch für das leibliche Wohl sorgten. Den Einwohnern Wiens gefiel es,
auf kunstvoll gestalteten Hutschpferden zu reiten und in luftigen Höhen zu schwingen. Man
konnte dabei mit langen Stangen in Ringe stechen. Daher der Name Ringelspiel. Es waren
Freizeitvorrichtungen für die breite Masse geschaffen worden.
Mit der Entwicklung der Technik und der Elektrizität wurde das Unterhaltungsangebot im
Prater immer mannigfaltiger. Im aufkommenden Eisenbahnzeitalter gründete der in Triest
geborene Calafati im Jahre 1844 das erste Eisenbahnkarussell. Dem Engländer Basset gelang es im Jahre 1897
das heute noch bestehende Riesenrad im Wiener Prater aufzustellen. Dieses Gefährt mit
einem Durchmesser von 61 Metern hatte ursprünglich 30 Waggons.
Zum Prater zählt auch das Messegelände. Dort fand 1873 die Weltausstellung statt. Die
Rotunde, jener stolze kuppelbekrönte Zentralbau, wurde 1937 ein Raub der Flammen. Was
sich an historischer Bausubstanz oder Einrichtungen im Prater im Laufe der Zeit nicht selbst
überlebt hatte, wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.
Der schwerst lädierte Vergnügungspark wurde aber wieder aufgebaut. Er etablierte sich
wieder zum festen Bestandteil im kulturellen Unterhaltungsangebot der Großstadt Wien. Die
Kraftmessmaschine "Watschenmann" gehört zum lokalgeschichtlichen Unikat dieser
Institution, das auch der frech-trotzige Praterkasperl prägt das Kolorit des Wiener Praters.
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